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Montag, 7. Januar 2008

unsere Forderung


Mit Verweis auf den Kommentar (anonym) zum vorigen Post:

Unsere Forderung kann nur lauten, dass neben den von Marburg zugesagten Semesterapparten auch Einzelanfragen (ob von Studierenden, Dozierenden oder Professoren) schnell, unbürokratisch und kostenlos bearbeitet werden.

Der favorisierte Ablauf sieht so aus:


  1. ein Buch, dass jetzt noch in Frankfurt, bald aber in Marburg steht, per E-Mail bestellen!

  2. schnelle Bearbeitung einer solchen Anfrage am Marburger CNMS in nicht mehr als zwei Werktagen!

  3. unbürokratische und kostenlose Zustellung im Orientalischen Seminar Frankfurt!
Die Bestellung über den HEBIS-Katalog scheidet hier vollkommen aus:


  • Dies ist ein kostenpflichtiger Vorgang, was angesichts von Studiengebühren, die wir auch weiterhin bezahlen sollen, nicht hinnehmbar ist!

  • Dies ist ein langwieriger Vorgang, was angesichts einer eingeschränkten Studiendauer bis maximal Sommersemester 2009 nicht hinnehmbar ist!
Diese Forderung muss aus Gründen der Studiengerechtigkeit sofort umgesetzt werden, sobald die Bücher in Frankfurt nicht mehr zugänglich sind! Seminararbeiten müssen fristgerecht geschrieben werden, Magisterarbeiten und Magisterprüfungen kennen keine Rücksicht!

Montag, 17. Dezember 2007

Wir lassen uns nicht unterkriegen!

Wenn schon dem Untergang geweiht, dann aber mit Pauken und Trompeten: am Mittwoch, 19.12.2007, findet um 14:00h eine Seantssitzung statt. Zuvor (etwa ab 13:00h) tritt der Senat in erweitertem Rahmen in der Aula (WiWi-Gebäude) zusammen. Bei dieser Gelegenheit möchten wir der Öffentlichkeit gerne zeigen, dass es uns erstens noch gibt, und wir uns zweitens ganz schön (mit Verlaub!) verarscht vorkommen.

Deshalb kommt bitte am Mittwoch, 19.12.2007, ab 10:00h in die Orientbibliothek!

Dort werden wir uns gemeinsam genauer überlegen, wie wir vorgehen wollen. Kommt bitte zahlreich! Bringt kreative Ideen mit! Lasst euch von der scheinbar ausweglosen Situation nicht entmutigen! Es geht um euer Studium! Im Klartext: ab 15.02.2007 (zweite vorlesungsfreie Woche) werden keine Bücher mehr in der Bibliothek sein -- was wird dann aus euren Seminararbeiten?

Montag, 26. November 2007

DEBATTE, BITTE!


Liebe Leser,
bitte nehmt an der Debatte teil, die durch die Kommentare angeregt wird, besonders der Artikel aus der FR bietet offensichtlich genug Zündstoff. Leider ist im Moment aus technischen Gründen keine andere Darstellung der Debatte möglich, als über das Beitragen von Kommentaren! Aber nutzt bitte diese (vielleicht etwas defitzitäre) Möglichkeit! Der Austausch der unterschiedlichsten Positionen erweitert unser aller Horizont. Das ist Wissenschaft: die Auseinandersetzung eben um unterschiedliche Positionen!

Freitag, 26. Oktober 2007

Plünderung der Orient-Bibliothek an der Frankfurter Goethe-Uni

Studieren ohne Bücher – kein Witz, sondern Frankfurter Realität! Geht es nach dem Präsidium der Frankfurter Johann Wolfgang Goethe-Universität, dann können Studierende der Orientalistik schon ab November 2007 nicht mehr auf Korankommentare und Prophetentraditionen zugreifen – das ist, als würde man den Juristen Gesetzesbücher und die entsprechenden Interpretationen nehmen! Dies kommt einer regelrechten Plünderung gleich. Hintergrund: Im Zuge der Fächerkonzentration an hessischen Hochschulen soll der maßgebliche Bestand der Bibliothek am Frankfurter Orientalischen Seminar mit den orientalischen Bibliotheken aus Gießen und Marburg an der Marburger Philipps-Universität zusammengelegt werden.
Das Unfassbare daran: Dafür zahlen die Studierenden auch noch die zum Wintersemester eingeführten Studiengebühren! Welche Logik steckt dahinter: Studiengebühren einführen – Bibliothek leer räumen? Wie sollen Studenten unter diesen Umständen zu einem erfolgreichen Studium motiviert werden?! Und das im Jahr 2007, dem Jahr der Geisteswissenschaften!
Schon bei der Entscheidung zur Fächerkonzentration vor nunmehr drei Jahren schien es sich um eine Pokerrunde der Präsidenten der Unis von Gießen, Marburg und Frankfurt zu handeln – den damaligen Wissenschaftsminister Udo Cortz nicht zu vergessen. Persönliche Affinitäten und unwissenschaftliche Überlegungen gaben offensichtlich Ausschlag, welches Zentrum wo eingerichtet wird. Ergebnis: die Asienwissenschaften, allen voran die Sinologie („China kommt!“), konzentrieren sich in Frankfurt, die Slawistik unter absolut irrationalen Umständen in Gießen und die Orientalistik schließlich in Marburg – der dortige Uni-Präsident soll ein Fan der Golfstaaten sein.
Dass man die Mitarbeiter der einzelnen Lehrstühle in diesen Prozess miteinbezieht – Fehlanzeige. Dass es sich etwa bei dem Lehrstuhl am Orientalischen Seminar um eine jüdische Stiftung aus den Anfängen der Frankfurter Uni handelt – wird ignoriert. Dass Professoren bereits Erfahrungen mit ganz ähnlichen Prozessen an in- und ausländischen Hochschulen haben – wird nicht beachtet.
Was die Orientalistik angeht, so wurde immerhin erreicht, dass dem Antrag Professor Daibers stattgegeben wurde, seine für September 2007 geplante Pensionierung um zwei Jahre aufzuschieben. So ist es den Studenten wenigstens möglich, ihren Studienabschluss in der Regelstudienzeit zu erreichen. Doch wie soll das künftig vonstatten gehen? Ein Studium ohne Bücher? Wie soll ein Seminar über Hadith (Überlieferungen des Propheten Mohammed) gestaltet werden, wenn die Studenten keinen Zugriff auf Hadithsammlungen haben?
Bereits im Sommersemester 2007 erfolgte eine Begehung der Bibliothek des Orientalischen Seminars. Die Schließung des Seminars war schon beschlossene Sache, und die Geier kreisten über der bewusstlosen Patientin. Verschiedene Institutionen bekundeten ihr Interesse an den Beständen der Bibliothek. Neben den Marburger Orientalisten haben auch Frankfurter Uni-Institutionen Bedarf an den Büchern: die Theologien (evangelische und katholische) mit ihren verschiedenen Unterdisziplinen wie Religionswissenschaft, Islamische Religion, Religionsphilosophie, der Islamischen Stiftungsprofessur und der Martin-Buber-Professur. Der Transfer der Orientalischen Bibliothek an die Frankfurter Theologie würde es den Orientalistik-Studenten immerhin ermöglichen, die Bestände weiterhin zu nutzen. Wenigstens bis zur unaufhaltsamen Schließung des Frankfurter Seminars 2010. Und schließlich stehen ja auch die Marburger nicht ohne da – sie haben doch die Bücher ihres eigenen und des Gießener Instituts!