Unis ringen um ihre Bücher
Die Marburger Philipps-Universität wird darauf bestehen, dass die Frankfurter Uni bis Mitte Februar alle Bücher abgibt, die dem neu eingerichteten Orient-Zentrum in Marburg zust
ehen. Das hat Universitätspräsident Volker Nienhaus in der jüngsten Sitzung des Senats angekündigt.Wie diese Zeitung berichtet hat, hat die hessische Landesregierung verfügt, dass kleine geisteswissenschaftliche Fachbereiche jeweils an einer Uni im Land konzentriert werden sollten. Ergebnis war, dass Marburg die Osteuropaforschung nach Gießen und die Japanwissenschaft nach Frankfurt "abgeben" muss. Im "Gegenzug" werden alle Fächer, die mit Nah- und Mitteloststudien zu tun hatten, im Marburger Orientzentrum konzentriert. In der jüngsten Sitzung des Unisenats verwies Nienhaus nun darauf, dass mit dem Hessischen Wissenschaftsministerium vereinbart worden sei, dass die Frankfurter Goethe-Universität alle für das Orientzentrum wichtigen Bücher nach Marburg abgeben müsse. Die Goethe-Uni habe es auch versäumt, bis Ende 2007 eine Bestandsliste zu erstellen und der Marburger Uni zukommen zu lassen. Wie Nienhaus erläuterte, soll die Orientalistik in Frankfurt bis 2010 aufgelöst werden. Unipräsident Nienhaus beruft sich auf Vereinbarungen mit dem Ministerium. Bis dahin sollen die Studierenden dort jedoch ihr angefangenes Studium beenden können. Am 7. Januar habe Sarah Sorge, Landtagsabgeordnete der Grünen, die Goethe-Universität aufgefordert, die Bücher des orientalistischen Seminars bis 2010 in Frankfurt zugänglich zu lassen. Er verstehe diese Forderung nicht, sagte Nienhaus. In Fällen, in denen beide Universitäten Bedarf sehen würden, sehe die Vereinbarung vor, dass Frankfurt Zweitexemplare der Bücher anschaffen oder, wenn dies nicht mehr möglich sei, Kopien anfertigen solle. Auch über verbesserte Fernleihmöglichkeiten könne man nachdenken, erklärte Nienhaus weiter.
Ein kleine Korrektur von meiner Seite: Nicht die "Unis" ringen um die Bücher! Vielmehr sind es auf Frankfurter Seite die Studierenden, die sich dafür einsetzen, ihr Studium ordnungsgemäß, d. h. mit Büchern beenden zu können! Auf allen anderen Seiten ringt niemand, da wird nur gefordert.